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Von Stefan Zaruba  |  02.02.2012  | Netzcode: 3125844  |  126 Mal gelesen.

China und die Menschenrechte: Merkel wird den Ton treffen

Kommentar von Stefan Zaruba

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Wohlige Wärme auf Schloss Bellevue. Karikatur: Tomicek
Richtig chinesisch zu sprechen ist schwer genug. Richtig mit Chinesen zu sprechen ist eine Kunst. Deutsche Politiker und ihre Gegenüber in Peking trennt eine kulturelle Kluft. In Fernost gilt es, das Gesicht zu wahren, zu verklausulieren, sich in Andeutungen zu ergehen.

Nasenstüber wie im Umgang mit Griechenland wird sich Kanzlerin Angela Merkel verkneifen. Auch weil die Chefdiplomatin nicht zu den Mächtigen in Peking gereist ist, um in zwei Tagen die Menschenrechtsdefizite auszuräumen. Die Kanzlerin will zunächst etwas von den Chinesen. China sitzt auf Rohstoffen und Bergen von Geld. Beides braucht Europa dringender denn je. Auch bei Themen wie Urheberrechten und Know-how-Klau will sich die Kanzlerin Gehör verschaffen.

Merkel wird weiter über Menschenrechte reden, wie sie bereits vorab erklärte. Und sie wird einen Ton anschlagen, bei dem die Chinesen nicht sofort die Schotten dichtmachen. Peking offen anzuprangern, wie von Menschenrechtlern gefordert, wäre der Lage der Unterdrückten angemessen. Doch es klänge so plötzlich auch etwas geheuchelt: Seit Jahrzehnten macht Deutschland florierende Geschäfte mit China - überwiegend unbeeindruckt von Menschenrechtsverletzungen.

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