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Frankfurt/New York
Monopolartige Stellung
EU-Kommission untersagt Fusion der Börsen in Frankfurt und New York
Frankfurt/New York. (dpa) Die Börsen von Frankfurt und New York müssen nach einem Veto aus Brüssel ihren Plan für den weltgrößten Handelsplatz beerdigen. Fast genau ein Jahr nach dem Bekanntwerden untersagte die EU-Kommission am Mittwoch wie erwartet den Zusammenschluss von Deutscher Börse und NYSE Euronext.
Europas oberster Wettbewerbshüter, EU-Kommissar Joaquín Almunia, begründete das Veto mit der Sorge vor einem Quasi-Monopolisten im Handel mit Derivaten - also Finanzwetten. Hier kommen die Börsen mit ihren Töchtern Eurex (Deutsche Börse) und Liffe (New York Stock Exchange Euronext) auf mehr als 90 Prozent Marktanteil. "Wenn man ein solches Monopol zulässt, das zu höheren Preisen und weniger Innovation führt, dann ist das nicht im europäischen Interesse", so Almunia. Die Entscheidung war in der Kommission umstritten. Binnenmarktkommissar Michel Barnier hatte lau Almunias "einen Vorbehalt". Dem Vernehmen nach hatte Barnier sich für eine Verschiebung der Entscheidung eingesetzt. Er erhoffte sich demnach von einem in Europa beheimateten Börsenchampion die leichtere Umsetzung europäischer Standards."Nun zäher Wettlauf"
Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni sagte in Frankfurt: "Wir können das EU-Verbot verkraften. Die Deutsche Börse konzentriert sich nun auf ihr Wachstumsprogramm aus eigener Kraft." Allerdings basiere das Urteil der EU-Kommission "auf einer verengten Marktdefinition", so Francioni. "Was jetzt folgt, ist ein zäher Wettlauf aller Börsenplätze um die beste Positionierung an den Kapitalmärkten." Die New York Stock Exchange (NYSE) nimmt - quasi als Trostpflaster für die Aktionäre - einen auf Eis gelegten, 550 Millionen Dollar schweren Aktienrückkauf wieder auf. Gegen das Nein aus Brüssel könnten die Konzerne vor dem Europäischen Gerichtshof klagen. NYSE-Chef Duncan Niederauer hatte juristische Schritte gegen ein Veto nicht ausgeschlossen. Am Mittwoch gab es jedoch weder in Frankfurt noch in New York Signale in diese Richtung.
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