München
Kampf gegen Drogen
Initiativen zur Eindämmung der Modedroge "Crystal Speed"
München. (jum) Der Landtag unterstützt die Bemühungen der Staatsregierung, die weitere Ausbreitung der synthetischen Modedroge "Crystal Speed" einzudämmen. Auf Antrag des Hofer CSU-Abgeordneten Alexander König forderte der Innenausschuss die Staatsregierung auf, vor allem den Kontakt zu den tschechischen Sicherheitsbehörden zu intensivieren.
Aus dem Nachbarland kommen rund 90 Prozent des in Deutschland konsumierten Crystal Speed. In Gesprächen mit der tschechischen Seite soll darauf gedrängt werden, dass die dortige Polizei Hersteller und Händler der Droge intensiver verfolgt."Wir müssen alles dafür tun, diese Droge zurückzudrängen", erklärte König. Zwar seien in Bayern Polizei und Zoll bei der Sicherstellung von Crystal Speed sehr erfolgreich, doch müsse das Problem an der Wurzel bekämpft werden.
Vorwurf an Tschechien
Die nach Königs Einschätzung "weitgehende Untätigkeit" der tschechischen Behörden sei nicht hinnehmbar. Der Verfolgungsdruck müsse erhöht werden. So sah das auch der SPD-Abgeordnete Harald Schneider.
Er hatte allerdings wenig Hoffnung auf ein stärkeres Engagement der tschechischen Sicherheitsbehörden. Diese litten unter einem starken Stellenabbau. Schärfere Kontrollen dort seien wegen fehlenden Personals kaum durchführbar.
Als einzige Fraktion enthielten sich die Freien Wähler bei der Abstimmung über den CSU-Vorstoß. Sie hatten einen eigenen Antrag eingebracht, dessen Ziel ein deutsch-tschechisches Regierungsabkommen zur Bekämpfung der Drogenschwemme war. Dies sei der "diplomatisch korrekte Weg", sagte der FW-Abgeordnete Bernhard Pohl. Er blieb damit aber ohne Unterstützung. Die Grüne Susanna Tausendfreund lenkte den Blick über die polizeilichen Kontrollmaßnahmen hinaus.
Flankierend zu diesen sei eine Informationskampagne erforderlich, um auf die gesundheitlichen Gefahren des "Crystal"-Konsums hinzuweisen. Prävention sei ein wichtiger Pfeiler im Kampf gegen den Drogenmissbrauch, sagte Tausendfreund.
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