"Wir sehen keinen Bedarf": Stadtbau-Geschäftsbericht legt Abriss nahe
Je früher man mit der Reha beginnt, desto größer sind die Erfolgsaussichten.
(zm) Für ihren Geschäftsführer Maximilian Hahn hat die Stadtbau als Kommunalunternehmen einen klaren Auftrag: "Die nachhaltige Versorgung" der Bürger "mit einem ansprechenden und bezahlbaren Wohnraum." Bei einem durchschnittlichen Mietpreis von 4,10 Euro pro Quadratmeter, so Hahn am Montag vor dem Stadtrat in seinem Geschäftsbericht für 2011, dürfte dieser Anspruch erfüllt sein.
In einem Punkt stellt sich die Stadtbau aber zugleich selbstkritisch konkret die Frage, ob das Ziel, "ein angenehmes Wohnen in einem gepflegten Umfeld" zu gewährleisten, noch verfolgt werden sollte: beim Rundbau auf dem Bergsteig. Hahn kam in seinen Geschäftsbericht zu einer klaren Antwort. "Wir sehen (...) keinen Bedarf, mittel- und langfristig den Rundbau am Bergsteig mit 62 Wohneinheiten zu halten."
Gegen Zwischenlösung
Eine Sanierung wie bei benachbarten Komplexen wird offenbar nicht mehr erwogen. Die Stadtbau möchte den Rundbau, der nur noch zu rund einem Drittel bewohnt ist, abreißen. Hahn erteilte deshalb Erwägungen der "Vermietung zur Unterbringung von Asylsuchenden und Obdachlosen" eine klare Absage. Das "würde unser Bemühen der letzten Jahre um eine Aufwertung des Areals konterkarieren".
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01.02.2012
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Amberg
Rundbau steht zur Disposition
"Wir sehen keinen Bedarf": Stadtbau-Geschäftsbericht legt Abriss nahe
Der Geschäftsführer hat noch ein weiteres triftiges Argument für einen Abbruch parat. Als die Stadtbau von der Bundesvermögensverwaltung 2001 die größten Teile der Nachkriegssiedlung auf dem Bergsteig erwarb, wurde dieser Kauf mit einer "Abbruchverpflichtung" verbunden. Die bezog sich zwar nicht konkret auf den Rundbau, jedoch auf eine festgesetzte Wohnraum-Kubikmeter-Zahl. Wird weniger abgerissen, verlangt der Bund eine Nachzahlung. Falle der Rundbau der Abrissbirne zum Opfer, so Hahn auf AZ-Nachfrage, dann werde die vereinbarte Größenordnung erreicht. Nicht mehr investiert, geht aus dem Geschäftsbericht hervor, wurde deshalb bei diesem Komplex in energetische Sanierungsmaßnahmen, obwohl "bei 95 Wohnblöcken sämtliche begehbare Dachböden" wärmegedämmt wurden.
Fluktuation nutzen
Die Gesamtfläche betrug rund 12 500 Quadratmeter, fast eine halbe Million Euro habe das in den Jahren 2010 und '11 gekostet, "ganz ohne Förderung", ließ Hahn einfließen. Die Stadtbau betreut unter anderem ein nicht immer einfaches Mieterklientel. 2011 musste jedoch nur eine einzige Zwangsräumung vorgenommen werden. Die Wechseldynamik hielt sich bei insgesamt 1643 Wohneinheiten gleichfalls durchaus in Grenzen. Im vergangenen Jahr standen 177 Auszügen 168 Einzüge gegenüber.
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Ausgemustert
Übergangsweise Leerstände würden hauptsächlich für Reparaturarbeiten genutzt, wobei "auch Wohnungen bewusst aus dem Markt genommen" würden, "weil sie nicht mehr wirtschaftlich renoviert werden können". Auch davon sei hauptsächlich das Bergsteig-Viertel betroffen. 58 Wohnungen würden dort derzeit nicht mehr angeboten, "weil deren Zustand eine Weitervermietung nicht mehr zulässt". (Seite 18)
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