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Amberg
Für 126 Lehrstellen keine Bewerber
Ausbildungsstellenmarkt ist gekippt - Probleme vor allem im Hotel- und Gaststättengewerbe
Amberg. (tk) Vor sieben Jahren wagte Johann Schmalzl bei der Ausbildungsplatzbörse im Landratsamt einen Blick in die Zukunft: "In wenigen Jahren werden die Betriebe Probleme haben, die Ausbildungsplätze mit qualifizierten Bewerbern zu besetzen." Der Leiter der IHK-Geschäftsstelle hat Recht behalten: Aktuell gibt es im Raum Amberg 126 freie Lehrstellen, für die die Unternehmen keine geeigneten Kandidaten gefunden haben. Vor einem Jahr waren es nur 49.
Alarmierend sind die Zahlen, die der Deutsche Industrie- und Handelskammertag in dieser Woche veröffentlichte. Im vergangenen Jahr habe es bundesweit rund 75 000 unbesetzte Ausbildungsstellen gegeben. "Bei uns ist es nicht so dramatisch", teilte Schmalzl gestern auf Nachfrage mit, sprach aber von einem "Rekord der letzten zehn Jahre". Den 126 verfügbaren Stellen stünden lediglich vier Schulabgänger gegenüber, die zum 1. September 2011 keine Lehrstelle gefunden haben. Während sich die Zahl der offenen Stellen auf Amberg und den Landkreis bezieht, stammen die vier jungen Leute, die noch suchen, aus dem Gesamtbezirk der Arbeitsagentur Schwandorf, deren Zuständigkeit bis nach Cham reicht."Der Markt ist gekippt", sagte Johann Schmalzl und erinnerte sich daran, dass es erstmals 2009 ein Überangebot von Lehrstellen gegeben habe. Grund dafür seien die geburtenschwachen Jahrgänge gewesen, die ab 2008 die Schule verließen. "Das wird noch zunehmen", mutmaßte der IHK-Funktionär, dem Hochrechnungen vorliegen, wonach es bis zum Jahr 2029 über 30 Prozent weniger 16- bis 19-Jährige geben wird. Schon jetzt sei festzustellen, dass Schüler mit eher schlechten Noten, die früher kaum Aussichten auf eine Lehrstelle hatten, jetzt wesentlich bessere Chancen haben. Mehrere Lehrer, so Schmalzl, hätten bestätigt, dass das längst Realität ist. Was gut für die Schüler ist, setzt die Unternehmen unter Druck. Schmalzl bringt es auf den Punkt: "Früher waren die Schulabgänger nicht zufrieden, jetzt sind es die Arbeitnehmer." Die Betriebe wüssten um den Ernst der Lage, hätten mit "Tagen der offenen Tür", Schnupperpraktika und immer beliebter werden Veranstaltungen wie "Carrier Day" oder "Girl's Day" entsprechend reagiert.
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