Von (ll) |
02.02.2012
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Amberg
"Unser Wasser ist schadstofffrei"
Stadtwerke reagieren auf Aussagen in Ammerthal
Amberg. (ll) Auf das Amberger Wasser mag Stadtwerke-Chef Dr. Stephan Prechtl nichts kommen lassen. Deshalb ist er, gelinde gesagt, nicht gerade erfreut darüber, dass im Zuge der Auseinandersetzungen um das Ammerthaler Trinkwasser bei einer Versammlung am Sonntag die Qualität des Amberger Wassers in Zweifel gezogen wurde. Und umso lieber erläutert Prechtl der AZ am Beispiel des Wasserwerks in Engelsdorf, wie das ist mit dem Amberger Wasser.
Das Wasserwerk ging 1965 in Betrieb und soll noch heuer generalsaniert werden. Hier kommt das Wasser aus sechs Brunnen in der Freihölser Senke zusammen, wo es laut Johann Höllriegl, dem stellvertretenden Technischen Leiter der Stadtwerke, "aus dem ersten Grundwasserstockwerk" gewonnen wird.
Im Wasserwerk läuft es zuerst über Metallkaskaden, was die Oberfläche vergrößert, so dass es die natürliche Kohlensäure abgibt. Das Wasser ist so wenig kalkhaltig (also "weich"), dass es über eine Kalkmilchdosieranlage mit Lebensmittelkalk in das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht gebracht wird. Das dient der ph-Wert-Stabilisierung. Danach läuft das Wasser noch über Filterkessel, die Schwebstoffe rausfiltern, soweit vorhanden, und geht anschließend in die Leitung zum Hochbehälter, von wo aus es die Haushalte erreicht.
90 Werte kontrolliert
Die Qualität des Trinkwassers muss nach der deutschen Trinkwasserverordnung ständig kontrolliert werden. Das heißt: alle zehn Tage routinemäßige Untersuchungen der Mikrobiologie sowie von sensorischen Größen wie Geruch, Geschmack oder Verfärbung; dazu sechsmal im Jahr umfassende Qualitätskontrollen. Johann Höllriegl hat mal zusammengezählt, auf wie viele Inhaltsstoffe dabei geprüft wird, und ist ("ich war selbst etwas überrascht") auf die Zahl von 90 gekommen.
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Amberg
"Unser Wasser ist schadstofffrei"
Stadtwerke reagieren auf Aussagen in Ammerthal
Die Liste der getesteten Stoffe umfasst eher willkommene Mineralien wie Calcium (in Engelsdorf 43 Milligramm pro Liter), Natrium (6,2 Milligramm), Magnesium (6,0) oder Kalium (3,9), aber auch chemische Zusammensetzungen, die man zumindest auf den ersten Gedanken nicht mit Trinkwasser in Verbindung bringt: Uran, Arzneimittel (beide nicht nachweisbar), coliforme Keime (0), Arsen (unterhalb von 0,002 Milligramm pro Liter) oder Quecksilber (unterhalb von 0,0003 Milligramm pro Liter).
Eisen, von dem in Ammerthal ein Diskussionsteilnehmer behauptet hatte, es sei im Amberger Wasser in so hohem Maße vorhanden, dass es die Leitungen schädige, liegt bei 0,01 Milligramm pro Liter. Der Grenzwert ist hier 0,2 Milligramm pro Liter.
Weit unter Grenzwerten
Das seit 1991 verbotene Pflanzenschutzmittel Atrazin, das sich im Ammerthaler Wasser zuletzt dem Grenzwert von 0,1 Mikrogramm (Mikrogramm bedeutet Millionstel Gramm) pro Liter genähert hat, wird in der Amberger Trinkwasseranalyse mit Werten unterhalb von 0,03 Mikrogramm ausgewiesen. Das Atrazin-Abbauprodukt Desethylatrazin, das in Ammerthal seit 2007 über dem 0,1-Mikrogramm-Grenzwert liegt, ist mit Werten unterhalb von 0,05 Mikrogramm verzeichnet.
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Amberg
"Unser Wasser ist schadstofffrei"
Stadtwerke reagieren auf Aussagen in Ammerthal
Wo es Grenzwerte gibt, liegen die Dosierungen im Amberger Wasser allesamt weit darunter. "Das ist Wasser von hoher Qualität", lautet das Fazit von Johann Höllriegl. Und Dr. Stephan Prechtl unterstreicht vor dem Hintergrund der in Ammerthal getätigten Äußerungen: "Unser Wasser ist schadstofffrei; die Qualität ist eindeutig und nachweisbar sehr gut und einwandfrei." Eine Wasseraufbereitung im Sinne einer Entfernung von Schadstoffen sei nicht erforderlich.
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