Von Mey Dudin, dpa |
03.02.2012
| Netzcode: 3127122 | 99 Mal gelesen.
Kairo
Ägypten im Schockzustand
Suche nach Hintermännern - Schmerzhafte Erfahrungen mit bezahlten Schlägertrupps
Der Abpfiff des Spiels schien für die Schläger ein Startsignal zu sein. Von allen Seiten stürmten sie auf das Fußballfeld und nahmen die Verfolgung der Spieler der Gegenmannschaft auf. Die Profis des beliebten Kairoer Klubs Al-Ahli rannten um ihr Leben. Anhänger der Heimmannschaft Al-Masri in Port Said setzten mit Flaschen, Steinen und Messern nach. Die Bilanz der blutigen Gewalt nach dem Mittwochspiel: 71 Tote, Hunderte Verletzte.
Vorwürfe an Polizei
Nach dem ersten Schock begann in Ägypten die Suche nach den Schuldigen. Die Polizei habe nichts getan, sondern einfach nur zugeschaut, lauteten die Vorwürfe von Spielern, Trainern, Fans. Diese Aktion sei von langer Hand geplant worden, zeigten sich Teammitglieder von Al-Ahli überzeugt. Der Mannschaftsarzt wurde von der Zeitung "Al-Masry Al-Youm" mit den Worten zitiert: "Das ist Krieg und kein Fußball." Diskussionen über die Hintergründe entbrannten. Al-Masri hatte doch den Gegner aus Kairo mit 3:1 geschlagen. Warum sollten gerade Fans des siegreichen Teams so wütend angreifen?
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Kairo
Ägypten im Schockzustand
Suche nach Hintermännern - Schmerzhafte Erfahrungen mit bezahlten Schlägertrupps
Die Muslimbruderschaft - stärkste Fraktion im neuen Parlament - sah Mächte am Werk, die dem Übergang des Landes in eine friedliche Demokratie schaden wollten. Es gehe um "dubiose Kräfte", die eng mit dem früheren Regime von Präsident Husni Mubarak in Verbindung stünden, lautete ihre Erklärung. Die Jugendbewegung hielt den regierenden Militärrat für verantwortlich. Das Motiv: Die Generäle könnten sich als Garant für Stabilität profilieren - und mit dem Versprechen eines starken Staates, der die Bürger besser schützt, auch künftig an der Macht bleiben.
Ägypter haben lange Jahre schmerzhafte Erfahrung mit bezahlten Schlägertrupps gemacht, die regelmäßig zur Einschüchterung der Bürger eingesetzt wurden. Gerade während der Wahlen unter Mubarak wurde das Volk auf diese Art gefügig gemacht. Während der Massenproteste vor einem Jahr, die zum Sturz des langjährigen Machthabers führten, bäumte sich das Regime noch einmal auf und brachte sämtliche Repressalien zum Einsatz.
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Kairo
Ägypten im Schockzustand
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Zunächst schürte es Angst: Die Polizei zog sich zurück, Häftlingen gelang ominöserweise die Massenflucht aus den Gefängnissen. Angreifer - die häufig als Polizisten in Zivil identifiziert wurden - kamen in die Wohnviertel, brandschatzten, plünderten. Schließlich stürmten bezahlte Schläger auf Kamelen den zentralen Tahrir-Platz in Kairo und ritten unter den Augen der Sicherheitskräfte friedliche Demonstranten nieder.
So fällt auch nach der Ära Mubarak der Verdacht bei exzessiven Gewaltausbrüchen sofort auf eigens dafür engagierte Banden. Das war nach den tödlichen Ausschreitungen zwischen Christen und Muslimen im Oktober in der Kairoer Innenstadt der Fall und auch bei den jüngsten Krawallen auf dem Tahrir-Platz.
Tatsache ist aber auch, dass die Polizei nicht mehr so massiv in der Öffentlichkeit präsent ist und Kriminelle das immer wieder ausnutzen. Organisierte Gewalt, die nicht vom Staat ausgeübt wird, ist ein neues Phänomen. Allein in den vergangenen Tagen gab es mehrere spektakuläre Banküberfälle in der Hauptstadt und den Vororten, bei denen mehrere Hunderttausend Euro erbeutet wurden.
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Kairo
Ägypten im Schockzustand
Suche nach Hintermännern - Schmerzhafte Erfahrungen mit bezahlten Schlägertrupps
Dass unter den sogenannten Ultras, dem harten Kern der ägyptischen Fußballfans, Gewalt ausbricht, ist indes keine neue Entwicklung. Doch in dieser Brutalität hat es das noch nicht gegeben.
Speerspitze der Revolution
Im sozialen Netzwerk Facebook und dem Mitteilungsdienst Twitter diskutieren Ägypter, ob den Ahli-Fans wegen ihrer wichtigen Rolle beim Sturz Mubaraks ein Denkzettel verpasst werden sollte. Die Ahli-Ultras waren eine Speerspitze der Revolution. Sie stellten sich der Polizei und Schlägerbanden entgegen. Frauen berichteten auf Twitter, wie Ultras sie vor Schergen des alten Regimes geschützt hätten. Die Ahli-Jugend geht auch heute noch für ihre Revolution auf die Straße. Bis Samstag gedenken jetzt die fußballverrückten Ägypter während einer dreitägigen nationalen Trauer des schwärzesten Tages ihres Lieblingssports.
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15-Jähriger bringt ganz Tschechien gegen Minderheit auf - Medien bedienen Vorurteil
Petr Z. ist ein hübscher Bursche. Blonde Locken umrahmen sein Gesicht, stahlblaue Augen strahlen einem entgegen. Petr ist 15, Schüler, und lebt im südmährischen Breclav (Lundenburg), unweit der
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Bundeskanzlerin plötzlich in der Defensive - Karten in der Europäischen Union werden neu gemischt
Das war nicht der Gipfel der Angela Merkel - es war der Abend von François Hollande. Eher tapfer lächelnd absolvierte die Kanzlerin ihr Programm auf dem Sondertreffen der Staats- und Regierungschefs.
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Die tschechoslowakischen Fallschirmjäger gingen von Beginn ihrer Mission an ein hohes Risiko ein. Im Schutz der Nacht sprang das geheime Attentatskommando über dem von Deutschen besetzten Böhmen ab.
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Für Patienten, die auf ein Spenderorgan warten, gibt es neue Hoffnung. Die Bürger in Deutschland sollen künftig gezielter vor die Entscheidung gestellt werden, ob sie zu einer Organspende bereit
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Auftakt mit Pannen: Der Sozialist François Hollande übernimmt die Macht in Frankreich
Die erste kalte Dusche für den neuen französischen Präsidenten lässt nicht lange auf sich warten. Keine eineinhalb Stunden nach der Amtsübernahme steht François Hollande am Dienstagmittag im
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Der Saarländer sieht sein Erbe gefährdet und will es noch einmal wissen, hat aber in Dietmar Bartsch einen hartnäckigen Widersacher
Als Oskar Lafontaine im Mai 2010 als Parteivorsitzender abtrat, hinterließ er ein bestelltes Feld. Die Linke war in 13 Landtagen vertreten und hatte bei der Bundestagswahl gerade ein Rekordergebnis
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Hannelore Kraft weiß zu siegen und gibt ihrer Partei Tipps - Rot-Grün schmiedet Pläne für Berlin
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Ein Jahr nach der "Revolution" fragen sich die Spanier noch immer, wer "die Märkte" gewählt hat
Genau um Mitternacht wurde es plötzlich ganz still auf dem Madrider Platz Puerta del Sol. Die Demonstranten von der spanischen Protestbewegung der "Empörten" schwenkten schweigend weiße Tücher. Als
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Der gesellschaftliche Wandel hat die Politik erreicht: Statt "Ehemann" und "Ehefrau" sieht das Protokoll vielfach einen "Partner" vor
Bei der Familie Thomas Mann hatten die Liebschaften der Kinder den Spitznamen "die Eulen". Die Eltern sollen so tolerant gewesen sein, dass sie einfach ein Gedeck mehr auflegten, falls Tochter Erika
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Unionsfürsten lassen ihren Bundesumweltminister bei Solarkürzung im Regen stehen
Das Angebot der Kanzlerin war wohl nicht gut genug. Beim abendlichen Kamingespräch mit den CDU-Ministerpräsidenten konnte Angela Merkel besonders die ostdeutschen Regierungschefs nicht davon
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Viele Familien seit Monaten bankrott - Wirtschaftsverbände rufen zur Regierungsbildung auf
Das griechische Volk ist allmählich am Ende der Kräfte. Viele sind verzweifelt. Ganze Familien werden inzwischen von der Kirche und mit Spenden derer durchgefüttert, die noch Geld haben. Diesen
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Ein Steuerrekord folgt dem nächsten, es klingelt in den Staatskassen. Schon in diesem Jahr können Bund, Länder und Kommunen mit dem höchsten Aufkommen in der Geschichte rechnen. Mitten in der sich
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Bundestag debattiert über Altersbilder der Gesellschaft - Zwischen Teilhabe sowie Pflege und Gebrechlichkeit
Altern ist eine Zumutung, hat Loriot gesagt. US-Autor Philip Roth formulierte es drastischer: "Das Alter ist ein Massaker." Negative Einstellungen zur letzten Lebensphase gibt es viele: Alter wird
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Die somalischen Fischer fangen wieder mehr - Illegale Fangflotten fürchten Piraten im Indischen Ozean
. Die silbrigen Leiber glänzen im Licht, das durch die Tür in die Markthalle fällt: Rochen, Schwertfische, Thunfische, Haie. "Die Geschäfte laufen bestens", schreit Bashir Yusuf Barhi, der
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Parteien suchen nach Koalitionsmöglichkeiten: Konservative gescheitert - Nun sind die radikalen Linken am Zug
In Griechenlands politischer Landschaft ist nach den Parlamentswahlen nichts mehr, wie es war. Eine neue Regierung ist nicht in Sicht, manche sprechen von chaotischen Zuständen. Theoretisch kommen
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Nordrhein-Westfalen bestimmt einen neuen Landtag - Kraft sticht Röttgen aus
Selten stand bei einer Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen so viel auf dem Spiel: Nach fast zwei Jahren rot-grüner Minderheitsregierung braucht das noch immer mit Strukturproblemen kämpfende
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Nach der griechischen Parlamentswahl ist keine schnelle Lösung in Sicht - Suche nach tragfähiger Koalition
Das Wahlergebnis macht die Griechen ratlos. Einerseits haben sie die etablierten Parteien abgestraft, die sie für die weit verbreitete Armut verantwortlich machen. Gleichzeitig beauftragten sie auch
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Griechen lassen große Parteien für rigides Sparprogramm büßen - Sozialisten und Faschisten ziehen ins Parlament ein
Stefan Voß, dpa Das Signal für die Euro-Zone ist fatal. Erstmals haben die Griechen über das maßgeblich von Deutschland mitdiktierte Sparprogramm abgestimmt - das Ergebnis: Die politischen
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