Von Ulf Mauder, dpa |
04.02.2012
| Netzcode: 3128308 | 76 Mal gelesen.
Moskau
Eisige Konfrontation in Moskau
Größter Protest gegen die Regierung seit 20 Jahren - Gegendemonstration für Putin - Risse im Machtsystem
Genau vier Wochen vor der Präsidentenwahl in Russland stehen die Zeichen auf Konfrontation. Die Gegner von Kremlkandidat und Regierungschef Wladimir Putin wollen 50 000 Menschen beim erstmals in dieser Größe erlaubten Protestmarsch durch das Moskauer Zentrum an diesem Samstag mobilisieren. Doch auch Putins Lager will vor der Wahl am 4. März nicht mehr der Opposition allein den Straßenkampf überlassen. Beobachter erwarten einen "Zahlenkrieg" darüber, welches Lager mehr Menschen auf die Straße bringt. Landesweit sind Proteste geplant.
Wichtiger Stimmungstest
Ob für oder gegen Putin - die Aktionen gelten als wichtiger Stimmungstest vor der Kremlwahl. Die einen wollen Putin die Rückkehr ins Präsidentenamt, das er schon von 2000 bis 2008 innehatte, so schwer wie möglich machen. Sie fordern bei ihrem Moskauer Marsch unter dem Motto "Für ehrliche Wahlen" auch mehr politische Freiheiten. Die anderen, das sind kremltreue Patrioten, warnen vor der Gefahr einer Revolution und fürchten um ihren Besitzstand.
Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen
Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.
Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.
Von Ulf Mauder, dpa |
04.02.2012
| Netzcode: 3128308 | 76 Mal gelesen.
Moskau
Eisige Konfrontation in Moskau
Größter Protest gegen die Regierung seit 20 Jahren - Gegendemonstration für Putin - Risse im Machtsystem
Doch längst sehen Experten schwere Risse im Machtsystem - nicht zuletzt, weil auch vormals systemtreue Kräfte die Seiten gewechselt haben und offen Reformen verlangen. Die von Oppositionellen, Bürgerrechtlern und Intellektuellen organisierten Demonstrationen gelten als Gradmesser für den Veränderungswillen. In sozialen Netzwerken haben Zehntausende Russen erklärt, trotz Extremfrost von fast minus 20 Grad Celsius für mehr Freiheit zu demonstrieren.
Nachdem zuletzt aus Moskau Bilder mit beispiellosen Massendemonstrationen um die Welt gingen, will der Kreml nun mit einer zeitgleich angesetzten Gegenkundgebung zeigen, dass der Rückhalt für Putin weiter stark sei. Allerdings berichten Lehrer und Beschäftigte von Staatsbetrieben in Medien, sie würden von ihren Arbeitgebern zur Pro-Putin-Aktion verdonnert. Die Gewerkschaft der Taxifahrer biete kostenlose Mitfahrgelegenheiten zur Demonstration der Putin-Freunde an, hieß es in Moskau.
Eine solche Situation mit insgesamt 100 000 erwarteten Demonstranten habe es in Moskau seit den 1990er Jahren nicht mehr gegeben, teilten die Behörden nach Angaben der Agentur Interfax mit. Mit rund 9000 Sicherheitskräften sei das Innenministerium für den Protesttag gerüstet. Der Schwerpunkt der insgesamt vier genehmigten Kundgebungen liege freilich bei der Opposition.
Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen
Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.
Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.
Von Ulf Mauder, dpa |
04.02.2012
| Netzcode: 3128308 | 76 Mal gelesen.
Moskau
Eisige Konfrontation in Moskau
Größter Protest gegen die Regierung seit 20 Jahren - Gegendemonstration für Putin - Risse im Machtsystem
Forderung der Kritiker
Die Regierungskritiker fordern die Zulassung des von der Wahlkommission abgelehnten Oppositionspolitikers Grigori Jawlinski zur Präsidentenwahl. Und sie verlangen, dass der inhaftierte Kremlkritiker und Ex-Öl-Milliardär Michail Chodorkowski sowie 40 andere politische Gefangene freikommen. Vor allem aber fürchten sie, dass Putin mit einer gefälschten Abstimmung in den Kreml zurückkehrt - deshalb das Protestmotto: "Für ehrliche Wahlen".
Putins Gegner haben bereits klargemacht, dass sie seinen Sieg in der ersten Runde - also ohne eine Stichwahl - nicht anerkennen werden. Umfragen sehen den 59-Jährigen zwar weiter als beliebtesten Politiker des Landes - allerdings mit keiner sicheren absoluten Mehrheit.
Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen
Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.
Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.
15-Jähriger bringt ganz Tschechien gegen Minderheit auf - Medien bedienen Vorurteil
Petr Z. ist ein hübscher Bursche. Blonde Locken umrahmen sein Gesicht, stahlblaue Augen strahlen einem entgegen. Petr ist 15, Schüler, und lebt im südmährischen Breclav (Lundenburg), unweit der
mehr...
Bundeskanzlerin plötzlich in der Defensive - Karten in der Europäischen Union werden neu gemischt
Das war nicht der Gipfel der Angela Merkel - es war der Abend von François Hollande. Eher tapfer lächelnd absolvierte die Kanzlerin ihr Programm auf dem Sondertreffen der Staats- und Regierungschefs.
mehr...
Die tschechoslowakischen Fallschirmjäger gingen von Beginn ihrer Mission an ein hohes Risiko ein. Im Schutz der Nacht sprang das geheime Attentatskommando über dem von Deutschen besetzten Böhmen ab.
mehr...
Bundestag entscheidet heute über die Reform des Transplantationsgesetzes
Für Patienten, die auf ein Spenderorgan warten, gibt es neue Hoffnung. Die Bürger in Deutschland sollen künftig gezielter vor die Entscheidung gestellt werden, ob sie zu einer Organspende bereit
mehr...
Auftakt mit Pannen: Der Sozialist François Hollande übernimmt die Macht in Frankreich
Die erste kalte Dusche für den neuen französischen Präsidenten lässt nicht lange auf sich warten. Keine eineinhalb Stunden nach der Amtsübernahme steht François Hollande am Dienstagmittag im
mehr...
Der Saarländer sieht sein Erbe gefährdet und will es noch einmal wissen, hat aber in Dietmar Bartsch einen hartnäckigen Widersacher
Als Oskar Lafontaine im Mai 2010 als Parteivorsitzender abtrat, hinterließ er ein bestelltes Feld. Die Linke war in 13 Landtagen vertreten und hatte bei der Bundestagswahl gerade ein Rekordergebnis
mehr...
Hannelore Kraft weiß zu siegen und gibt ihrer Partei Tipps - Rot-Grün schmiedet Pläne für Berlin
Von der rauschenden Wahlparty in der SPD-Zentrale war nur noch ein Erinnerungsstück an der Außenfassade übrig geblieben. "Currywurst ist SPD", stand auf dem Riesenplakat, mit dem Hannelore Krafts
mehr...
Ein Jahr nach der "Revolution" fragen sich die Spanier noch immer, wer "die Märkte" gewählt hat
Genau um Mitternacht wurde es plötzlich ganz still auf dem Madrider Platz Puerta del Sol. Die Demonstranten von der spanischen Protestbewegung der "Empörten" schwenkten schweigend weiße Tücher. Als
mehr...
Der gesellschaftliche Wandel hat die Politik erreicht: Statt "Ehemann" und "Ehefrau" sieht das Protokoll vielfach einen "Partner" vor
Bei der Familie Thomas Mann hatten die Liebschaften der Kinder den Spitznamen "die Eulen". Die Eltern sollen so tolerant gewesen sein, dass sie einfach ein Gedeck mehr auflegten, falls Tochter Erika
mehr...
Unionsfürsten lassen ihren Bundesumweltminister bei Solarkürzung im Regen stehen
Das Angebot der Kanzlerin war wohl nicht gut genug. Beim abendlichen Kamingespräch mit den CDU-Ministerpräsidenten konnte Angela Merkel besonders die ostdeutschen Regierungschefs nicht davon
mehr...
Viele Familien seit Monaten bankrott - Wirtschaftsverbände rufen zur Regierungsbildung auf
Das griechische Volk ist allmählich am Ende der Kräfte. Viele sind verzweifelt. Ganze Familien werden inzwischen von der Kirche und mit Spenden derer durchgefüttert, die noch Geld haben. Diesen
mehr...
Ein Steuerrekord folgt dem nächsten, es klingelt in den Staatskassen. Schon in diesem Jahr können Bund, Länder und Kommunen mit dem höchsten Aufkommen in der Geschichte rechnen. Mitten in der sich
mehr...
Bundestag debattiert über Altersbilder der Gesellschaft - Zwischen Teilhabe sowie Pflege und Gebrechlichkeit
Altern ist eine Zumutung, hat Loriot gesagt. US-Autor Philip Roth formulierte es drastischer: "Das Alter ist ein Massaker." Negative Einstellungen zur letzten Lebensphase gibt es viele: Alter wird
mehr...
Die somalischen Fischer fangen wieder mehr - Illegale Fangflotten fürchten Piraten im Indischen Ozean
. Die silbrigen Leiber glänzen im Licht, das durch die Tür in die Markthalle fällt: Rochen, Schwertfische, Thunfische, Haie. "Die Geschäfte laufen bestens", schreit Bashir Yusuf Barhi, der
mehr...
Parteien suchen nach Koalitionsmöglichkeiten: Konservative gescheitert - Nun sind die radikalen Linken am Zug
In Griechenlands politischer Landschaft ist nach den Parlamentswahlen nichts mehr, wie es war. Eine neue Regierung ist nicht in Sicht, manche sprechen von chaotischen Zuständen. Theoretisch kommen
mehr...
Nordrhein-Westfalen bestimmt einen neuen Landtag - Kraft sticht Röttgen aus
Selten stand bei einer Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen so viel auf dem Spiel: Nach fast zwei Jahren rot-grüner Minderheitsregierung braucht das noch immer mit Strukturproblemen kämpfende
mehr...
Nach der griechischen Parlamentswahl ist keine schnelle Lösung in Sicht - Suche nach tragfähiger Koalition
Das Wahlergebnis macht die Griechen ratlos. Einerseits haben sie die etablierten Parteien abgestraft, die sie für die weit verbreitete Armut verantwortlich machen. Gleichzeitig beauftragten sie auch
mehr...
Die Europäische Union und die Sehnsucht der Regierungschefs nach Wirtschaftswachstum
Zwei Wahlen bewegen die Europäische Union (EU). Zumindest ein wenig, zumindest zunächst. Ein sozialistischer Präsident François Hollande in Frankreich und eine schwierige, vielleicht gar unmögliche
mehr...
Griechen lassen große Parteien für rigides Sparprogramm büßen - Sozialisten und Faschisten ziehen ins Parlament ein
Stefan Voß, dpa Das Signal für die Euro-Zone ist fatal. Erstmals haben die Griechen über das maßgeblich von Deutschland mitdiktierte Sparprogramm abgestimmt - das Ergebnis: Die politischen
mehr...