Von (dpa) |
10.02.2012
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Lausanne/Berlin
Endlich Klarheit um Jan Ullrich
Internationales Sportgericht verurteilt den deutschen Radprofi wegen Blutdopings
Lausanne/Berlin. (dpa) Die ganze Nation lag ihm einst zu Füßen, jetzt bestätigte das höchste internationale Sportgericht (CAS): Jan Ullrich war ein Doper. Fünf Jahre nach seinem Rücktritt ist der ehemalige Radsport-Held vom CAS überführt worden, Blutdoping betrieben zu haben.
Jan Ullrich - Abstieg vom einstigen Liebling der Nation zum Sorgenkind. Bild: dpa
Dem einzigen deutschen Tour-de-France-Sieger wurden am Donnerstag sämtliche Erfolge vom 1. Mai 2005 bis zu seinem Karriereende aberkannt. Zudem sperrte der Internationale Sportgerichtshof CAS den 38 Jahre alten Wahl-Schweizer für zwei Jahre bis 21. August 2013. Nach dem finalen Verdikt steht nun nur noch ein längst überfälliges Doping-Geständnis aus. Eine entsprechende "Erklärung" kündigt Ullrich seit Monaten an.
Wie viele wartet Deutschlands höchster Sportfunktionär, DOSB-Präsident Thomas Bach, auf eine Beichte. "Es ist bedauerlich, dass Jan Ullrich nicht vorher die Chance ergriffen hat, von sich aus Klarheit zu schaffen", sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes. "Wir hoffen auch in seinem eigenen Interesse, dass er zumindest jetzt einsichtig ist und sich entsprechend erklärt."
Kunde von Fuentes
Der CAS begründete das Urteil mit den erwiesenen Verstrickungen Ullrichs in die Affäre um den mutmaßlichen spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes, die schon die Staatsanwaltschaft Bonn 2007 offengelegt hatte. Allein mit einer Zahlung von 250 000 Euro für gemeinnützige Zwecke hatte Ullrich damals einen drohenden Prozess verhindert. Für den Sportgerichtshof besteht kein Zweifel, dass der Olympiasieger spätestens vom 1. Mai 2005 an Kunde von Fuentes war.
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Als Beweis wertete der CAS unter anderem die Zahlung von mehr als 80 000 Euro an den spanischen Mediziner, mit dem er nach Ansicht des Weltverbandes UCI sogar schon vor 2004 zusammengearbeitet hatte, wie es in der 24-seitigen Begründung des Urteils hieß.
Drei Tage nach dem drakonischen Urteil gegen Alberto Contador zeigte sich der CAS erneut unnachgiebig. Ullrich, der bereits im Februar 2007 seine professionelle Karriere beendet hatte, wurden alle Ergebnisse seit dem 1. Mai 2005 - darunter Rang drei bei der Tour de France 2005, Rang zwei im selben Jahr bei der Deutschland-Tour und der Gesamtsieg bei der Tour de Suisse 2006 - annulliert.
Großverdiener
Außerdem muss Ullrich an den Gewinner des Verfahrens, den Weltverband UCI, 10 000 Schweizer Franken an Prozesskosten bezahlen. Das kann er wahrscheinlich mit einem Griff in die Portokasse erledigen - nach Schätzungen verdiente der gebürtige Rostocker während seiner schillernden Karriere mindestens 50 Millionen Euro.
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Internationales Sportgericht verurteilt den deutschen Radprofi wegen Blutdopings
Der Weltverband UCI hatte in der CAS-Anhörung zum Fall am 22. August 2011 eine lebenslange Sperre gefordert. Weil Ullrich aber nicht als Wiederholungstäter anzusehen ist, beschränkte sich das Gericht auf eine Zwei-Jahres-Sperre. Anders als Contador fühlt sich Ullrich durch das Urteil nicht ins Unglück gestürzt. Im Gegenteil: Der 38-Jährige wertete die Entscheidung im Vorfeld als überfällige Gelegenheit, einen Schlussstrich unter seine Profikarriere zu ziehen. Spätestens bis Freitag wollte er sich zum CAS-Spruch äußern.
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