Von (oy) |
09.02.2012
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Sulzbach-Rosenberg
Für Toleranz und Menschlichkeit
Erschütternde Dokumentation über Nazi-Mordopfer - Ausstellung in Hängematte eröffnet
Sulzbach-Rosenberg. (oy) "Den Opfern rechter Gewalt einen Namen geben" will eine Ausstellung, die am Mittwoch in der Hängematte eröffnet wurde. Hinter diesem Wunsch verbergen sich 156 Menschen, die durch Rechtsextremisten zu Tode kamen. Schicksale, die betroffen machen und zum Nachdenken auffordern. Darüber hinaus sollen die Tafeln dazu beitragen, das Desinteresse am latent vorhandenen Rechtsextremismus zu überwinden.
Bilder, die betroffen machen: Auf den Tafeln werden in den Ausstellungsräumen der Hängematte die Schicksale von 156 Nazi-Opfern dokumentiert. Bild: Royer
Dagmar Breith, Leiterin der Hängematte, informierte, dass die Ausstellung, die bis 29. Februar läuft, Menschen porträtiert, die in Deutschland seit 1990 rechter Gewalt zum Opfer gefallen seien. "Viele wurden getötet, weil für sie im Weltbild von Rechtsextremisten kein Platz ist, manche, weil sie den Mut hatten, Nazi-Parolen zu widersprechen." Einige Schicksale bewegten die Öffentlichkeit, viele seien nur am Rande zur Kenntnis genommen worden. An die meisten könne sich niemand mehr erinnern.
Sehr bedrückend
Bürgermeister Gerd Geismann, auf dessen Initiative hin diese Ausstellung in die Herzogstadt kam, betonte die Wichtigkeit dieser Präsentation gegen das Vergessen. "Es ist bedrückend und eine Schande, dass so etwas bei uns noch möglich ist", so das Stadtoberhaupt beim Verweis auf die aktuellen Fälle des Nazi-Terrors. Geismann dankte dem Hängematten-Team samt Förderverein mit Dr. Peter Lehner an der Spitze für das große Engagement im Sinne von Toleranz, Gewaltfreiheit und Demokratie. Peter Lehner vom Initiatorenkreis der Plattform gegen Rassismus und Menschenverachtung stellte die Ausstellung in einen lokalpolitischen und einen gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang.
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Sulzbach-Rosenberg
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Erschütternde Dokumentation über Nazi-Mordopfer - Ausstellung in Hängematte eröffnet
Ihm war es wichtig, dass diese Dokumentation die momentan geschärfte öffentliche Aufmerksamkeit auf die wahren Verhältnisse des Rechtsterrors richtet. Andererseits solle dadurch die politische Kultur in der Herzogstadt weiter bereichert werden.
Gutes Klima schaffen
Lehner betonte zunächst die Wichtigkeit eines Informationsnetzwerks für Jung und Alt, um über Neonaziaktivitäten und die Aktionen der Gegenbündnisse schnell per E-Mail informiert zu werden. Hier sei natürlich auch die Plattform mit eingebunden. Peter Lehner verwies auch auf die "permanente Herstellung von Öffentlichkeit", um in der Herzogstadt ein Klima zu schaffen, indem Rassismus und Menschenverachtung nicht als normal erscheinen.
Eine Lanze brach der Plattform-Sprecher auch für die Einrichtungen "Hängematte" und "Mundschenk": "Diese lebendigen Freiräume für eine demokratische Jugendkultur müssen geschaffen und unterstützt werden." Er verwies auch auf die Antifa, die ausdauernd aktiv sei, um Neonazis die Stirn zu bieten und deren Aktivitäten in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.
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Sulzbach-Rosenberg
Für Toleranz und Menschlichkeit
Erschütternde Dokumentation über Nazi-Mordopfer - Ausstellung in Hängematte eröffnet
"Natürlich gibt es dabei auch immer wieder Auseinandersetzungen um die richtigen Methoden, aber das müssen wir aushalten, damit sich der konstruktive Teil der Szene durchsetzen kann", so Dr. Peter Lehner. Er mahnte auch zur Geschlossenheit, um den Nazis wirksam entgegentreten zu können: "Es darf kein Bündnispartner ausgegrenzt werden, einzige Bedingung ist Gewaltfreiheit."
Es müsse möglich sein, dass alternative Jugendliche mit linken, antikapitalistischen Vorstellungen, Gewerkschafter, Sozialdemokraten, aber auch christliche und konservative Menschen teilnehmen, wenn sie selbst keine parteipolitischen oder weltanschaulichen Ausgrenzungen erzwingen wollen.
Kontraproduktiv für ein derartiges Bündnis sei die immer wieder auftauchende "Links-Rechts-Gleichsetzung". Damit würden automatisch die ganz überwiegende Zahl der jungen Leute der Antifa kriminalisiert und auch engagierte Erwachsene als Demokratiefeinde dargestellt.
Ein schlechtes Zeugnis stellte der Plattform-Vertreter auch dem Verfassungsschutz aus, der seiner Ansicht nach die Gefahren durch rechte Gewalt verharmloste und die Existenz von rechtsextremen Strukturen, aus denen Terror und Mörder hervorgehen, stets verneinte. (Blickpunkt)
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