Amberg
Tote hatte massive Vorerkrankung
Kälte laut Polizei nur in Kombination Ursache - 55-Jährige dünn bekleidet im Freien
Amberg. (tk) Der Tod der Frau, die in der Nacht zum Montag im offenen Gang des Iduna-Hauses am Rotkreuzplatz gefunden worden war, sorgt weiterhin für Gesprächsstoff und Fassungslosigkeit. Vor allem im D-Programm fragen sich viele Nachbarn, wie es dazu kommen konnte. Eine mögliche Antwort darauf lieferte Michael Rebele, Sprecher des Polizeipräsidiums, gestern auf Nachfrage. Die 55-Jährige sei "keine klassische Kältetote", sondern habe seit Jahren an einer "massiven Vorerkrankung" gelitten. Laut AZ-Informationen soll es sich dabei um Alkoholprobleme gehandelt haben.
Rechtsmediziner aus Erlangen hatten die Leiche der Frau, die am Rotkreuzplatz alleine lebte, noch am Montag obduziert und keinerlei Hinweise auf ein Fremdverschulden oder Gewalteinwirkung gefunden (wir berichteten). "Es kann durchaus sein, dass sich die Frau ausgeschlossen hat", vermutete Rebele und gab zu, dass es für die Ermittler der Kriminalpolizei sehr schwierig sei, die Umstände zu klären, die zu dem tragischen Vorfall geführt haben. Die seit Jahren bekannte Krankheit und die klirrende Kälte seien in Kombination die Todesursache gewesen. Es könne folglich nicht ausgeschlossen werden, dass die Frau auch im Sommer gestorben wäre. Unter welcher Vorerkrankung die 55-Jährige litt, wollte Rebele aus Respekt vor den Angehörigen nicht sagen, antwortete aber auf die Frage, ob Orientierungslosigkeit und Verwirrtheit zu den Symptomen des Krankheitsbildes zählen, mit dem Satz: "Das muss man sehr wohl in Betracht ziehen."Es sei aber auch denkbar, dass die Frau erst bewusstlos geworden und dann erfroren sei. Was sich zuerst auf den Organismus der 55-Jährigen ausgewirkt hat, die Krankheit oder die Kälte, ließe sich nicht zuverlässig sagen. Fakt ist aber laut Michael Rebele, dass die Berufslose, die die deutsche Staatsangehörigkeit hatte, barfuß gefunden wurde. Zudem habe sie normale Jeans und einen relativ dünnen Pullover getragen. Gegenstände wie einen Müllbeutel oder den Inhalt des Briefkastens habe die Frau nicht bei sich gehabt.
Von einer "Kältetoten" möchte der Polizeisprecher dennoch nicht reden, denn in der Wohnung der Ambergerin sei es beim Eintreffen der Ermittler angenehm warm gewesen.
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