Kemnath
Spannende Spurensuche
Vor 210 Jahren aufgelöst: Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum erinnert an Franziskanerkloster
Kemnath. (bjp) Vor 210 Jahren, im Februar 1802, gab der Kemnather Landrichter Maximilian von Gravenreuth das Franziskanerkloster Sankt Antonius zur Auflösung frei. Denn um Geld in die leeren Staatskassen zu spülen und sich bei der "aufgeklärten", aufstrebend-übermächtigen europäischen Großmacht Frankreich in ein günstiges Licht zu rücken, hatte die kurfürstlich-bayerische Regierung ihre Hand auf klösterlichen Besitz im ganzen Land gelegt.
Doch das Kemnather Kloster, dieser angebliche "Hort von Unwissenheit und Aberglauben", wo seit 1718 ein Lehrstuhl für Philosophie bestand, ging nicht spurlos unter. Bis heute erinnern das hier verfasste Kemnather Passionsspiel, religiöse Kunstwerke, Bücher aus der Klosterbibliothek und nicht zuletzt die Klosterbrauerei an fast 150 Jahre franziskanischer Ordensgeschichte. Quellen berichten von seelsorgerischem und karitativem Wirken im ganzen Gebiet zwischen Fichtelberg und Grafenwöhr, Speichersdorf und Tirschenreuth, ja sogar im Markgraftum Bayreuth mit wohlwollender Duldung des evangelischen Landesherrn.Heute Vernissage
Zeugnisse dieser Zeit zeigt das Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum in seiner Sonderausstellung "Spurensuche - Das Kemnather Franziskanerkloster Sankt Antonius 1660 bis 1802. Ehemaliges Zentrum und Bollwerk des katholischen Glaubens im Kemnather Land". Zur Vernissage lädt der Heimatkundliche Arbeits- und Förderkreis Kemnath die Bevölkerung heute, Freitag, ein. Die Feier beginnt um 19 Uhr mit einem Einführungsvortrag des stellvertretenden Museumsleiters Anton Heindl in der Stadtpfarrkirche. Im Anschluss daran, gegen 20 Uhr, wird die Ausstellung im Museum (Fronveste, Trautenbergstraße 36) festlich eröffnet. Ab 12. Februar kann die Sonderschau jeden Sonntag von 14 bis 16 Uhr, am ersten Sonntag jedes Monats zusätzlich von 10 bis 12 Uhr besichtigt werden.
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