Von Albert Franz |
10.02.2012
| Netzcode: 3134834 | 120 Mal gelesen.
Am "deutschen Wesen" wird Griechenland nicht genesen
Kommentar von Albert Franz
"Is' was?" Karikatur: Tomicek
Der Erfolg hat viele Neider. Und gerade der Klassenprimus ist selten der Klassenliebling. So geht es derzeit auch Kanzlerin Angela Merkel. Deutschland soll gemäß seinem wirtschaftlichen Gewicht 22 Prozent und damit den Löwenanteil der EU-Hilfen für Griechenland schultern. Gleichzeitig wird von Berlin immer wieder Führung in der Schuldenkrise verlangt. Der vermeintliche Musterknabe gerät damit aber auch leicht in die Rolle des Buhmanns.
Griechenlands Boulevardzeitungen zeigen Merkel schon mal in Nazi-Uniform mit Hakenkreuz-Binde. In griechischen Karikaturen sind die Nazi-Schergen, die wahlweise die Peitsche über griechischen Rentnern schwingen oder als Erbsenzähler tätig sind, beliebte Motive. Das mag die Deutschen ärgern, aber sie sollten großzügig darüber hinwegsehen. Denn die Griechen haben allen Grund zu klagen. Die Arbeitslosigkeit ist im Januar auf über 20 Prozent gestiegen, die Zahl der Pleiten im Jahr 2011 gegenüber 2010 um über 27 Prozent. Griechenland ist drauf und dran, sich nicht gesundzuschrumpfen, sondern zu Tode zu sparen.
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Von Albert Franz |
10.02.2012
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Am "deutschen Wesen" wird Griechenland nicht genesen
Kommentar von Albert Franz
Europa hat bisher noch nicht den goldenen Weg gefunden, um die griechische Misswirtschaft zu sanieren. Möglicherweise gibt es ihn auch gar nicht. Berlin sollte also tunlichst den Eindruck vermeiden, dass wieder einmal am "deutschen Wesen" die Welt genesen soll. Und die Griechen sollten nicht fahrlässig den wichtigsten Helfer verunglimpfen. Griechen und Deutsche müssen sich auch noch in die Augen schauen können, wenn diese Rettungsaktion scheitert.
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