Von (swt) |
09.02.2012
| Netzcode: 3135262 | 230 Mal gelesen.
Auerbach
Pfarrersfamilie "zieht an einem Strang"
Helga, Moritz, Richard, Konrad und Johann von Niedner greifen gemeinsam zur Wolle für das Maffei-Strickprojekt
Es klappern die Nadeln am laufenden Band... Hochkonzentriert sind die von Niedners dabei, ihre Strickteile für das Maffeiprojekt zu fertigen. Bild: swt
Kaum zu glauben, wer beim Maffeistrickprojekt alles mitmacht. Unter den mittlerweile knapp 90 "nadelschwingenden" Auerbachern greift auch die evangelische Pfarrersfamilie von Niedner zu den "Gerätschaften". Ungewöhnlich: Papa Moritz von Niedner hat das Stricken in der Schule gelernt und seitdem immer mal wieder mit Wolle hantiert. "Ich bin der Schalstricker der Familie", schmunzelt er beim Besuch unserer Zeitung. Linke und rechte Maschen sind kein Problem für ihn und am liebsten strickt er geradeaus.
Auf dem Schulweg
In der vierten Klasse hat er den Umgang mit Wolle und Nadeln gelernt und oft auf dem Schulweg nach Hause gestrickt. "Sehr zum Amüsement der Anwohner, und leider war das dem Strickzeug nicht sehr zuträglich." Seine Gattin, Pfarrerin Helga von Niedner, lernte das Stricken von ihrer Großmutter. "Damals war ich sechs oder sieben Jahre alt. Seitdem habe sich schon etliche Pullover und vor allem auch Kindersachen gestrickt." Damit versorgt sie ihre drei Söhne, Richard, Konrad und Johann.
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Pfarrersfamilie "zieht an einem Strang"
Helga, Moritz, Richard, Konrad und Johann von Niedner greifen gemeinsam zur Wolle für das Maffei-Strickprojekt
Der zehnjährige Richard wurde ebenfalls schon vom Strickfieber angesteckt. In der Dr.-Heinrich-Stromer-Grundschule musste er dies im WTG-Unterricht lernen. "Eine Handytasche habe ich gemacht", meint er stolz und zeigt sein neuestes Werk. Fast 20 Zentimeter hat er in kraus rechts schon für das Kunstprojekt Maffei gestrickt. Und sehr gleichmäßig liegen die Maschen auf den Nadeln. Sein Bruder Konrad, der die erste Klasse besucht, hat schon fast zwei Meter mit der Strickliesl genadelt. Die dabei entstehende Strickschnur wird ebenfalls am Förderturm Verwendung finden.
Jetzt versucht sich der Siebenjährige bereits an richtigen Nadeln. Die Strickliesl hat er an den Jüngsten der Familie weitergegeben, Johann, der noch in den Kindergarten geht. Auch ihm gelingen schon die ersten Maschen. Dass die strickende Pfarrersfamilie Aufsehen erregt, zeigte sich beim Winterurlaub auf Föhr. Dort warfen Spaziergänger einen Blick in die Fenster des von Niednerschen Ferienhauses und entdeckten drei strickende Familienmitglieder. "Die haben ganz schön geguckt."
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Pfarrersfamilie "zieht an einem Strang"
Helga, Moritz, Richard, Konrad und Johann von Niedner greifen gemeinsam zur Wolle für das Maffei-Strickprojekt
Die Eltern von Niedner sind sehr angetan von der Idee, dass eine ganze Stadt für ein Projekt strickt. "Sowas verbindet doch auf ganz ungewöhnliche Weise." Und es sei erstaunlich, wer da alles zu den Nadeln greift. Begonnen hatte übrigens alles mit einem Faschingsscherz der Strickdamen, die am 11.11 den Auerbacher Bronzeochsen in warme Wolle hüllten. Leider durfte das Kunstwerk nur kurz der Öffentlichkeit gezeigt werden. Bürgermeister Joachim Neuß ließ den Bauhof ran, um den Ochsen wieder zu entkleiden (wir berichteten).
Viele machen mit
Doch die Saat war gesät. Grundschule und Regens-Wagner-Stiftung machen ebenso mit, wie viele Bürgerinnen, darunter Grundschul-Rektorin Gabriele Appl. Von Marianne Mimler-Hofmann stammt die Idee, in Arztpraxen oder Cafés Strickzeuge auszulegen. Dann könne jeder, der Lust hat, ein paar Reihen stricken.
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