Das "bescheuerte System" gehört vor das Bundesverfassungsgericht
Kommentar von Hans Klemm
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| Die Kuh ist vom Eis ... Karikatur: Tomicek |
Das Argument, auch Bayern habe lange profitiert, ist wohlfeil. Addiert man die Summen seit 1950 bis Anfang der 90er Jahre, ergeben sich 3,4 Milliarden. Der Freistaat überwies also 2011 mehr, als er je bezogen hat. Entwickelt sich die Finanzkraft je Einwohner und je Gemeinde (deren Einnahmen zählen zu 64 Prozent mit) weiter so positiv, ist die 4-Milliarden-Grenze bald übersprungen.
Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann nannte das System "absolut bescheuert", Bayern und Hessen wollen vor das Bundesverfassungsgericht ziehen. Nicht um den Finanzausgleich zu kippen, sondern Obergrenzen einziehen und solides Wirtschaften belohnen zu lassen. Diese Geldumverteilungsmaschine kann nicht auf immer höheren Touren laufen. Außerdem ist in Karlsruhe zu klären, ob es rechtens ist, dass den Stadtstaaten ein Einwohnerzuschlag von 35 Prozent gewährt wird. Der Berliner zählt also finanztechnisch gut ein Drittel mehr als der Oberpfälzer.
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