Von (td) |
22.02.2012
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Schwandorf
Weg vom reinen Speiseverzicht
Fastenzeit modern: "Sieben Wochen ohne" und Miseror - Am Knödel weniger liegt's nicht
Schwandorf. (td) Die Fastenzeit ist auch nicht mehr das, was sie einmal war. Oder wie man sie sich zumindest vorstellt. Von wegen weniger essen und mehr beten. Heute sensibilisiert man sich stattdessen für die Probleme mit der Ökologie, übt Solidarität mit armen Ländern. Aber die Ausrichtung der Fastenzeit ist zumindest noch immer die gleiche, sagen Geistliche beider großer Konfessionen. "Bei uns heißt das aber Passionszeit", korrigiert der evangelische Pfarrer Stefan Merz und schmunzelt.
Dass zu fasten nicht zwangsläufig FdH bedeutet, also freiwillig auf den zweiten Knödel beim Schweinbraten zu verzichten, hat sich zwischenzeitlich herumgesprochen. "Man kann auch Auto-Fasten", versichert der katholische Diakon Edwin Berner aus Schwandorf. Auto-Fasten? Gemeint ist natürlich, weniger herumzukutschieren. Das geht auch als TV-Fasten. Die Kombinationen sind fast beliebig. Gemeint ist: Sich für einige Wochen an der Kandare reißen. "Das sind 40 Tage", präzisiert Berner, "das ist die österliche Bußzeit".
"Ohne falschen Ehrgeiz"
Die Protestanten, bei denen diese österliche Bußzeit unter dem Begriff "Passionszeit" firmiert, haben einen Fasten-Dreh gefunden, der noch raffinierter ist. Zumindest die Gläubigen unter ihnen wollen von heute an sieben Wochen "ohne falschen Ehrgeiz" sein. So lautet nämlich die aktuelle Devise der jährlichen Aktion "Sieben Wochen ohne".
Dieses Fasten weg vom reinen Speiseverzicht kommt immer besser an, weiß Pfarrer Stefan Merz aus Wernberg-Köblitz.
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Schwandorf
Weg vom reinen Speiseverzicht
Fastenzeit modern: "Sieben Wochen ohne" und Miseror - Am Knödel weniger liegt's nicht
Weil das so ist hat manchmal auch ein Pfarrer das Nachsehen, wenn es um die Begleitunterlagen zu dieser Fastenaktion der evangelischen Kirche geht. "Die sind schon weg, ich habe nichts mehr bekommen", bedauert Merz. Dabei hat es ihm besonders der zugehörige Abreiß-Kalender angetan - eine Art intellektueller Adventkalender für die Osterzeit, mit täglichen Texten, Sinnsprüchen, Anregungen. "Den", so Merz, "habe ich immer gern gelesen". Aber auch ohne Kalender faste er jedes Jahr, wie er versichert. "Man fastet mit dem, was man sonst gerne macht." Und Merz verrät: "Ich verzichte zum Beispiel auf Süßigkeiten."
Es geht um Kinder
Auch auf katholischer Seite gibt eine überregionale Fastenaktion. Sie heißt Misereor und ist bei uns etwas bekannter ihr ambitionierter Konkurrent von der evangelischen Seite. Misereor lenkt heuer den Blick auf Kinder und Jugendliche in den Elendsvierteln großer Städte. "Da geht es darum, uns für deren Probleme zu sensibilisieren", macht Diakon Berner deutlich. Es gebe Misereor-Projekte, die beweisen, wie viel Kraft und Kreativität Heranwachsende und Erwachsene entfalten, um sich selbst Perspektiven zu erarbeiten. "Hier können sich Gemeinden einklinken, etwa mit Solidaritätsläufen."
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Weg vom reinen Speiseverzicht
Fastenzeit modern: "Sieben Wochen ohne" und Miseror - Am Knödel weniger liegt's nicht
Es sind gerade die jungen Leute, die sich für solche Ideen begeistern lassen. Berner arbeitet zum Beispiel mit Firmlingen, um ihnen zu verdeutlichen, dass manchmal weniger auch mehr sein kann, "dass es beim Fasten nicht nur um das Abnehmen, sondern um die Ausrichtung auf das Wesentliche, auf den Glauben geht".
Natürlich lassen sich auch darüber hinaus Menschen dafür ansprechen, "aber das sind nicht die Massen", weiß der Diakon.
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